Safari in der Masai Mara

Ich habe ja schon viel über Safaris gelesen und auch eine 1tägige im Nairobi Nationalpark gemacht, aber diese 3 Tage haben alle meine Erwartungen übertroffen. Warum, erzähle ich euch jetzt:

Über Phoenix Safaris habe ich ein 3tägiges Roadpackage gebucht, da ich schon viel Gutes über dieses Reisebüro gehört habe. Ich habe mich bewusst gegen eine Flugsafari entschieden, da diese zwar bequemer, aber teurer gewesen wäre und ich außerdem etwas vom Land sehen wollte. Die Anfahrt in die Masai Mara dauerte von Nairobi aus etwa 7 Stunden und ich bin mit meiner deutschen Freundin Anna und einer Indonesierin, die auch in unserem Alter war, gemeinsam gefahren. Auch wenn die Fahrt lange gedauert hat, habe ich es nicht bereut. Das erste Mal seit ich in Kenia bin, bin ich durch Tee- und Kaffeeplantagen gefahren und auch durch das Great Rift Valley, das alle meine Vorstellungen, die ich zuvor von Kenia hatte, zunichte gemacht hat. Ich habe selten so ein fruchtbares und abwechslungsreiches Land gesehen (Achtung: fRuchtbar, nicht furchtbar!)! ;-)

Erster Stopp: The Great Rift Valley - Der große afrikanische Grabenbruch


Für jene, die zu faul sind zum Googlen:

Der Große Afrikanische Grabenbruch ist eine Riftzone, die sich von Ostafrika nach Südwestasien erstreckt und durch die Spaltung der Arabischen Platte von der Afrikanischen Platte während der letzten 35 Millionen Jahre entstanden ist. Der Große Afrikanische Grabenbruch ist von seinem nördlichen Ende in Syrien bis zu seinem südlichen Ende in Mosambik rund 6000 Kilometer lang. Die Breite des Tals variiert zwischen 30 und 100 Kilometern, die Tiefe von wenigen hundert bis zu mehreren tausend Metern.(Wikipedia) Im Rift Valley in Kenia wurden übrigens auch einige der ältesten menschlichen Skelette der Welt gefunden, wodurch es auch "Wiege der Menschheit" genannt wird.


Blick über das Rift Valley, wobei man sagen muss,
dass das Foto die Landschaft leider nicht einfangen konnte...



Das Landleben von Kenia - irrsinnig viele Kuhherden, Ziegen und Schafe prägen das Landschaftsbild


Am Straßenrand verkaufen Frauen Obst und Gemüse

Esel zählen zu den wichtigsten Nutztieren in Kenia

Die Shops am Straßenrand sind oft bunt (mit Werbung für große Firmen wie zB Coca Cola) bemalt

Die ersten Lehmhütten sind zu sehen

Frauen tragen Milch-oder Wasserkanister oft kilometerweit nach Hause




Als wir durch die Dörfer fahren, laufen oft Kinder auf das Auto zu oder bleiben stehen und winken.
Viele Kinder hüteten auch die Tierherden. Der Fahrer erzählt uns, dass die Touristen manchmal stehen bleiben und Süßigkeiten an die Kinder verteilen würden. 

Ankunft im Mara Siria Camp

Gegen 14 Uhr kamen wir endlich im Mara Siria Camp an. Wir wurden sehr freundlich vom Personal empfangen und konnten uns erstmal bei einem Glas Apfelsaft in der "Lobby" mit Blick über die Masai Mara von der langen Fahrt erholen. Dann gab es Mittagessen in Buffetform und mir haben sie extra nochmal etwas Vegetarisches zusätzlich gekocht. Meine beiden Safarikolleginnen entschieden sich für eine Radtour, ich hab den Nachmittag am Pool genossen. Wir haben uns bewusst gegen einen Game Drive ( = "a trip into the wild to see animals in their own environment", Pirschfahrt mit dem Auto durch den Nationalpark) entschieden, weil die Parkgebühr für den Nationalpark immer 24h gilt und sich das für uns preislich nicht ausgezahlt hätte, da wir am Sonntag am Vormittag schon wieder zurück nach Nairobi fahren mussten. Außerdem ist ein Game Drive schon sehr anstrengend und wir wollten nach 7h Autofahrt nicht schon wieder die nächsten Stunden in einem Auto verbringen, sondern einfach auch mal nur das Camp genießen.






Diese kleinen Tiere wuseln im Camp herum. Man nennt sie Hyrax und ich fand sie total niedlich!

Das Zelt von Anna und mir

Unser Badezimmer

Entspannung im Pool mit Blick über die Mara



Am Abend den Sonnenuntergang spontan mit einem Angehörigen der Massai genossen

Ich habe noch nie in meinem Leben die Sterne so nah gesehen.

Inmitten von dschungelartigen Geräuschen verging die erste Nacht und am nächtsten Morgen machten wir uns bereit für unseren ersten richtigen Safaritag.


Der Sonnenaufgang über der Masai Mara


Safaritag - 2 Game Drives in der Masai Mara

Um 8 Uhr starteten wir Richtung Nationalparkeingang, der nur ein paar Minuten mit dem Auto weg war. Am Weg dorthin sind uns schon Giraffen, Zebras und Elefanten begegnet. Zebras zählen jetzt übrigens zu meinen Lieblingstieren, weil sie einfach so wie kleine dicke süße Pferde aussehen... und außerdem so ein lustiges und freundliches Wesen haben. Und wahnsinnig schön finde ich sie!

Das Bezahlen der Parkgebühren hat ewig gedauert, obwohl wir die einzigen Gäste am Schalter waren. Übrigens: Reisepass nicht vergessen (wird gescannt) und man kann den Eintritt nur mit Kreditkarte bezahlen! Nach einer halben Stunde konnten wir dann endlich unsere Safari beginnen! Wichtig bei einer Safari ist übrigens auch, dass man einen guten Fahrer hat, der weiß, wo sich welche Tiere aufhalten, da man sonst nicht viel sieht. Die Fahrer sprechen sich untereinander mittels Funkgeräten auch immer ab, was gut ist, weil man so immer up to date bleibt, wo sich die Tiere hinbewegen. Weil im Moment gerade Nebensaison ist, waren gar nicht so viele Autos im Nationalpark unterwegs, was richtig angenehm war. Bei den Löwen waren immer am meisten Autos. Lustig ist das Suchen der Tiere. Man fährt den ganzen Tag im Park herum und sucht die verschiedensten Tiere. Natürlich versucht man die "Big Five" (Elefant, Nashorn, Büffel, Leopard, Löwe) zu sehen, was mir aber nicht so wichtig war. Im Endeffekt haben wir viele Zebras, verschiedene Antilopenarten, Elefanten, Giraffen, Büffel, Gazellen, Nilpferde, Krokodile, Vogelarten, Löwinnen und sogar zwei Geparden gesehen. Nashörner und Leoparden leider keine, auch der König der Löwen hat sich versteckt. Da ich jedoch im Nairobi Nationalpark schon mehrere männliche Löwen und Nashörner gesehen habe, war mir das egal.
Was sich wirklich auszahlt, ist eine gute Kamera. Ich habe ja wirklich eine gute Handykamera, aber ich finde, dass man auf einer Safari eine Profikamera mitnehmen sollte, damit man das Erlebte noch besser festhalten kann.
Schön war auch das Mittagessen an der Grenze zur Serengeti/ Tansania, das aus einem Picknick im Auto mit Blick auf die Serengeti und einer Elefantenherde stattfand. Wir waren das einzige Auto weit und breit und es war ein ganz besonderes Erlebnis der Wildnis und der Natur so nahe zu sein!


Löwin

Büffel





2 Geparden - übrigens mit einem Halsband, damit sie von den Rangern überwacht werden können und nicht so leicht Wilderern zum Opfer fallen

Babylöwe - schlechtes Foto

Grenzstein zu Tansania

Mittagessen mit Aussicht auf Elefanten

Forever alone <3

Bei einem kurzen Spaziergang habe ich den Stachel eines Stachelschweines gefunden

Geier


Nilpferde und Krokodil (links im Bild)


Wasserböcke (Antilopenart)

Büffelherde






Gegen 17:30 Uhr sind wir wieder im Camp angekommen. Ich wollte nochmal die Aussicht über die Masai Mara bei einem Bier genießen, als plötzlich der schönste Regenbogen, den ich in meinem Leben je gesehen habe, über der ganzen Masai Mara erscheint. Das war so ein unglaublicher Moment, den man fast gar nicht in Worte fassen kann.




Am Abend erzählte uns ein Massai Krieger über das Leben der Massai.

Peter, den Inhaber von Phoenix Safaris, und seine Frau kennengelernt


Early Morning Game Drive


5 Uhr Tagwache

In der Früh war es extrem kalt

Sonnenaufgang über der Masai Mara



Der frühmorgendliche Game Drive hat zwar nur von 6 bis 8 Uhr gedauert, weil unser Parkeintritt nur bis 8:30 Uhr gültig war und deshalb haben wir nicht so viele Tiere gesehen, aber alleine der Sonnenaufgang war so ein magischer Moment, dass er mir den Atem geraubt hat. Den Sonnenaufgang in so intensiven Farben hinter Elefanten-, Büffel, und Zebraherden in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen, war für mich eines der schönsten Erlebnisse in meinem Leben. Den Moment, in dem die Nacht zum Tag wird und wieder alles anfängt zu erwachen, Elefanten gemütlich umherspazieren und alles ganz friedlich erscheint, werde ich nie vergessen!


Nach dem Game Drive fuhren wir dann nochmal in das Camp, frühstückten erstmal und dann mussten wir leider schon auschecken. Um 10 Uhr fuhren wir wieder los Richtung Nairobi. Ich war richtig traurig, dass ich schon abreisen musste. Für mich waren diese 3 Tage ganz besonders und ich werde mich noch lange daran erinnern!
Frühstück

Abschied vom Massai Krieger


Rückfahrt durch die Dörfer

Ganz üblich in diesem Gebiet: Gartenzäune aus Kakteen
(unter anderem damit die Kühe nicht weglaufen)

Vorbei an den vielen Viehherden

Die kleinste Kirche im Great Rift Valley

Zum Schluss möchte ich hier noch Werbung für Phoenix Safaris und das Mara Siria Camp machen. Die Buchung über den Reiseverantalter hat nicht nur unkompliziert funktioniert, auch Preis und Leistung stimmen hier überein. Das Team ist erfahren und arbeitet professionell. Individuelle Wünsche der Kunden werden berücksichtigt. Ich würde auf jeden Fall noch einmal mit ihnen reisen!


Das Mara Siria Camp ist ein eco-friendly Camp, was heißt, dass die gesamte Anlage mit Solar betrieben wird. Außerdem ist es nicht eingezäunt, sondern mitten in der Natur gelegen, was heißt, dass auch mal Giraffen, Zebras oder Warzenschweine durchspazieren können. Es gibt eine überschaubare Anzahl an Zelte und Cottages und auf die Tiere und die Natur wird besonders viel Rücksicht genommen. Ganz besonders gefallen hat mir auch die Dusche in meinem Zelt, die teilweise im Freien war. Für mich war es somit auch das erste Mal, dass ich unter offenem Sternenhimmel umgeben von Dschungelsounds geduscht habe! Ein unglaubliches Gefühl! Warmwasser gibt es übrigens auf Anfrage und in der Nacht bekommt man sogar eine Wärmeflasche ins Bett gelegt, damit man nicht friert! Ein absoluter Kraftort!

Kommentare

  1. Ein wunderbares herrliches Abenteuer. ....lese immer gerne deine Berichte. ..alles liebe u gute wünschen ais ganzem 💖💓 T. S. u O. S. aus R. Heimatgrüsse😘🙋

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Mein Leben als Mzungu (Weiße)

Der Glaube an Gott und meine erste Messe in Kenia

Safari na dada yangu - Nordtansania Teil 1