Meine Zeit an der Küste Kenias Teil 3: Watamu


In Watamu angekommen, hatte ich leider das Pech, dass ich mit meinem Hotel überhaupt nicht zufrieden war. Erstens war es nicht sauber und schäbig, zweitens war dort eine ganz komische Atmosphäre – Männer, die im Eingangsbereich herumgelungert sind usw. Als alleinreisende Frau bin ich tausend Mal achtsamer was Hotels betrifft, denn Sicherheit geht vor. Der Hotelmanager war auch so ein dubioser Typ, ausgesehen wie ein Mafioso und Nebengeschäfte gemacht, geschweige denn jeden Tag laute arabische Musik gehört, die dann durchs ganze Hotel geschallt hat. Am Abend davor fragte er mich um welche Zeit ich frühstücken will, ich sagte 9 Uhr – als mir am nächsten Tag mitgeteilt wurde, dass der Hotelmanager, der auch für das Frühstück verantwortlich war, noch schlafe (und da war es bereits 9:30 Uhr), habe ich bei booking.com angerufen und gesagt ich möchte stornieren. Daraufhin hat sich der Hotelmanager bei mir entschuldigt und mich überredet doch zu bleiben, was ich leider auch gemacht habe, denn gebessert hat sich die nächsten Tage nichts. Zum Glück kam Embla an diesem Tag schon angereist und wir haben das Beste aus den nächsten Tagen gemacht – indem wir fast nie im Hotel waren! Einzig und allein ein junger Hotelmitarbeiter, Felix, war sehr lieb und mit ihm bin ich heute noch in Kontakt. Wenn ich wieder in Kenia bin, möchte ich ihn in Samburu besuchen, wo seine Familie lebt.

Embla ist 27 Jahre alt und ursprünglich aus Island. Ich hab sie über Facebook in einer Reisegruppe kennengelernt und da sie auch alleine reist, haben wir beschlossen, einen Teil unserer Reise gemeinsam zu verbringen. Sie war davor schon einige Monate in Südafrika, Botsuana, Uganda etc. unterwegs und wir haben ausgemacht, dass wir uns in Watamu treffen. Ich hatte wirklich ein Glück mit ihr, denn sie ist super nett und wir haben uns sehr gut verstanden! Im Hotel haben wir auch eine Irin und einen Engländer kennengelernt – ein total verrücktes, lustiges Pärchen, das auch am Herumreisen war und mit ihnen haben wir ein paar Tage in einer Raggae-Strandbar verbracht. Wir waren oft gemeinsam schnorcheln – einmal sogar zu Sonnenaufgang. Die Strände waren wunderschön und es waren nicht viele Touristen unterwegs. Die anderen Tage habe ich mit Embla in verschiedenen Hotelresorts verbracht. In keinem anderen Land habe ich davor in so vielen verschiedenen Hotelresorts gechillt, wie in Kenia. Man kann einfach reingehen und zahlt entweder zwischen 3-8€ pro Liege und Tag oder man muss gar nichts zahlen, wenn man im Restaurant auch was konsumiert. So waren wir in den schönsten Hotelanlagen, wo wir uns eine Übernachtung gar nicht hätten leisten können! Ein Highlight unseres Aufenthaltes in Watamu war sicher die spontane Besichtigung des „Watamu Ecotowers“ – ein Airbnb, das gerade von einer Kanadierin und einer Österreicherin renoviert wurde und wunderschön ist. Ein zweites Highlight war die Yogastunde im „Watamu Treehouse“, das gleich neben dem Ecotower ist. An einem Tag waren wir noch tauchen und haben 2 Tauchgänge gemacht, bei denen ich unter anderem einen Riffhai, eine große Schildkröte und einen Stachelrochen gesehen habe!

Da ich an meinem ersten Tag einige Beachboys kennengelernt habe, die mir ihre Nr gaben, habe ich einen davon als unseren privaten Mopedfahrer engagiert, was super geklappt hat. Beachboys sind junge Männer, die am Strand Touren, Ausflüge, Schmuck, Kokosnüsse etc. verkaufen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie nicht aufdringlich waren, auch als ich alleine als Frau am Strand unterwegs war. Meistens habe ich mit ihnen ein bisschen geplaudert und wenn ich meine Ruhe haben wollte, haben sie es verstanden und mich auch nicht weiter belästigt. Für den Fall, dass ich etwas über sie buchen möchte, haben sie mir oft ihre Telefonnummer hinterlassen. Ich finde, dass man durchaus über Beachboys Ausflüge etc. buchen kann, denn es ist ihre Einnahmequelle und oft ist es genau dieselbe Tour, die Reisebüros oder Hotels auch anbieten und mit den Beachboys kann man dann auch noch verhandeln. Alex war deshalb unser „private Beachboy“ für die nächsten Tage und war super zuverlässig. Durch ihn waren wir in coolen local Restaurants, sind durch Mangrovenwälder spaziert und haben eine Motorbiketour gemacht, sind dabei 2x von der extrem korrupten kenianischen Polizei gestoppt worden und mussten bezahlen um weiterfahren zu dürfen.

Korruption in Kenia: Fast alle Kenianer haben Angst vor der Polizei, weil sie so korrupt ist. Die Polizei hier hilft dir nicht, sondern erfindet absichtlich Probleme und lässt dich bezahlen oder einsperren. Als uns die Polizei aufgehalten hat, hat es sich folgendermaßen zugetragen: Die Polizei sperrt auf einer Landstraße mittels Spikes beide Seiten ab und hält dann fast jedes Auto oder Moped auf, das vorbeifährt. Uns haben sie aufgehalten, sofort den Schlüssel abgezogen und gesagt: „Keinen Führerschein, keine Zulassung, kein Weiterfahren.“ Dann lassen sie dich am Straßenrand warten und andere (mit Maschinengewehren bewaffnete) Polizisten halten inzwischen andere Fahrzeuge auf. Unser Freund Alex hat versucht mit den Polizisten zu verhandeln – im Endeffekt mussten wir umgerechnet 10€ bezahlen und durften dann weiterfahren. Führerschein und Zulassung hatte er, aber das interessierte die Polizisten nicht. Das zweite Mal übrigens sind einige Polizisten übrigens zu Embla und mir gekommen, haben uns angesehen und lächelnd gesagt: „So, wer von euch wird jetzt meine Frau?“ In dieser Situation hatte ich ein sehr ungutes Gefühl, da ich einfach nicht gewusst habe, wie ich reagieren soll bzw. was jetzt gleich passieren würde. Ich habe nur gelächelt und mir gewünscht, dass sie uns weiterfahren lassen, was sie dann letztendlich auch getan haben.

Allgemein hat es mir in Watamu besser gefallen als in Malindi. Watamu ist ein kleines Fischerdörfchen mit traumhaft schönen Sandstränden und nicht so touristisch wie Malindi. Hier einige Eindrücke:


In den Gassen Watamus

Die kleine Raggaestrandbar


Am Strand werden Bilder verkauft

It's Christmastime... on the beach

Mit Embla im Hotelresort


Strand von Watamu - forever alone <3


Watamu Ecotower

Ecotower

Ecotower

Ausblick aus dem Ecotower

Watamu Treehouse

Watamu Treehouse

Yoga im Treehouse

After Yoga... Popcorn! :)

Beim Tauchen...

Meeresschildkröten!

Chilling in a resort on the beach



Luxury living...

Embla und ich auf Motorbiketour mit unserem Freund Alex

Alex und ich im Mangrovenwald

Spaziergang durch die Mangroven

Wolke in Herzform - was mir der Himmel damit wohl sagen wollte?

Im Hotel: Felix hat mich eingekleidet wie ein Masai

Chapati mit Gemüse und frischem Koriander - favourite food!!

Graffiti auf Watamus Straßen

Schon einmal rosa Küken gesehen? Nein? Wir zuvor auch nicht! ;-)

Dorfspaziergang

Offizielles Busticketoffice im typischen "kenyan style"

Weihnachtsstimmung in einem Hotelresort


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