Nach meinem Aufenthalt in Lamu, bin
ich nach Malindi geflogen, eine Stadt südlich unterhalb von Lamu. Obwohl
die Flugzeit nur ziemlich kurz war, war es der schlimmste Flug, den ich bis
jetzt hatte. Aufgrund einiger Turbulenzen haben sie schon in einigen tausenden
Kilometern über dem Boden die Landung vorbereitet und ich habe gedacht ich
sterbe jetzt. Im Detail möchte ich es nicht beschreiben, aber es war auf jeden
Fall schlimm und ich war nervlich fix und fertig als ich in Malindi angekommen
bin.
Wenn man alleine reist, hat man jedoch
keine Zeit um die Nerven zu schmeißen. Gott sei Dank funktionierte die Abholung
vom Flughafen gut und der – stumme – Besitzer, ein Italiener, hat mich
abgeholt. Mein Hotel war super schön und ich war tageweise wieder der einzige
Gast. Leider habe ich von Lamu „Sandfliegenbisse“ mitbekommen – meine Arme und
Beine waren komplett übersät mit Bissen (so ähnlich wie Gelsenstiche, nur noch
juckender und schmerzend). Es war kaum auszuhalten und nachdem auch die
Cortisoncreme aus der Apotheke nicht geholfen hat, habe ich per E-Mail Kontakt
zum österreichischen Botschaftsarzt in Nairobi Kontakt aufgenommen, der mir
Tabletten empfohlen hat. Zwei Tage bin ich kaum aus dem Hotel gegangen und
vorwiegend im Schatten gesessen, bis ich beschlossen habe, mich von den
Schmerzen nicht unterkriegen zu lassen. Da es im Wasser besser war, habe ich 2
Tauchgänge gebucht. Somit war ich dann die nächsten beide Tage Unterwasser, was
weitaus besser war, als mit Schmerzen im Hotel zu sitzen. Erwähnen muss ich
unbedingt, dass das Hotelpersonal extrem lieb war und die Köchin und der
„Housekeeper“ haben sich rührend um mich gekümmert. Zu Malindi muss ich sagen,
dass der Strand zu dieser Zeit leider überhaupt nicht schön war, wegen einem
Naturphänomen, dass nur etwa alle 10 Jahre an der Küste vorkommt und zur Folge
hatte, dass es in einigen Teilen Kenias Überschwemmungen gab und dadurch extrem
viel Äste und Schmutz an die Küste gespült wurde. Nach ein paar Tagen, die ich
alleine verbracht habe, war mir langweilig und ich traf mich über Couchsurfing
mit einer 22jährigen Italienerin, Chiara, die seit über 10 Jahren regelmäßig
mit ihren Eltern nach Malindi gereist ist, daher fließend Kisuaheli spricht und
seit Kurzem ganz hier wohnt. Mit Chiara bin ich zu einem einsamen,
wunderschönen Strandabschnitt gefahren, wir haben Khangastoffe eingekauft und
waren in einem Local-Restaurant essen. Leider musste ich 2 Tage später schon
wieder weiterreisen und mittels Tuktuk fuhr ich ins nur 30 Minuten entfernte
Watamu.
Zu Malindi muss ich generell noch
sagen, dass es mir leider nicht so gefallen hat. Aus dem einen Grund, dass dort
fast nur ItalienerInnen sind und man vom richtigen Leben der Einheimischen
nicht so viel mitbekommt, zum anderen weil der Sextourismus dort boomt und ich
extrem viele alte weiße Männer mit sehr (!) jungen einheimischen Frauen gesehen
habe. Aber auch ältere deutsche Frauen mit jungen schwarzen Männern… Wer sich
übrigens wundert, was die Italiener an der Küste Kenias so machen, kann hier
nachlesen:
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