Meine ersten Tage in Kenia...

Mittlerweile bin ich schon seit fast einer Woche in Kenia und habe schon viel erlebt.

Karura Forest

Am Dienstag war ich im Karura Forest, ein Stadtwald in Nairobi, der über 1 Hektar groß ist. Leider hatte ich nicht so viel Zeit, mir alles anzusehen, aber ein Spaziergang und ein Besuch im River Café, ein Café, das im Wald liegt, gingen sich aus. Ein zweiter Besuch ist schon geplant! 

                                                          


                                      

                                      

                                                

                                                

Veggie-Burger mit selbstgemachtem Quinoa-Patty und kenianischen Avocados. Dazu darf natürlich das lokale Bier, Tusker, nicht fehlen!

Meine ersten Tage als Lehrerin in der Caroline School

Mittwoch, Donnerstag und Freitag unterrichte ich immer an der Caroline School. In Kenia gehen die Kinder schon mit 3 Jahren in die Schule. Die 3-4jährigen sind in der Vorschulklasse 1, die 5jährigen in der Vorschulklasse 2 und ab 6 Jahren geht man - so wie bei uns 4 Jahre in die Volksschule, danach in die Hauptschule, danach Oberstufe (wenn man es sich leisten kann). Die Volksschule ist an den öffentlichen Schulen gratis, an privaten Schulen müssen die Eltern (oder gemeinnützige Organisationen, Paten etc.) einen Monatsbeitrag bezahlen. Der Unterschied zwischen öffentlichen und privaten Schulen ist, dass die öffentlichen Schulen oft sehr wenig Geld haben, deshalb sind sie sehr schlecht ausgestattet, die Lehrer schlecht ausgebildet und die Klassen sind überfüllt. Oft schicken auch arme Eltern ihre Kinder auf eine private Schule obwohl sie es sich nicht leisten können - dafür wird dann beim Essen und bei der Kleidung gespart. Was private Schulen betrifft, muss man aber wissen, dass man sich diese nicht so vorstellen kann wie eine Privatschule in Europa, sondern dass die Einrichtung und Ausstattung der Schulen trotzdem unter dem europäischen Standard liegt.

Mein erster Tag an der Caroline School war sehr aufregend. Ich durfte schon mehrere Klassen alleine unterrichten, was mich einerseits freute, andererseits war ich natürlich sehr aufgeregt so spontan auf Englisch ohne Vorbereitung zu unterrichten.
Meine erste Stunde war in der Vorschulklasse Kreatives Gestalten. Ich habe einen Karton zerrissen, jedes Kind bekam 2 Stück Kartons und sie sollten ein Mosaik mit verschiedenfarbigen Bohnen darauf legen. Ich war schockiert, dass es keinen Klebstoff gab, sondern mit einer von der Lehrerin angemachten Paste geklebt wurde. Die Kinder haben auch keine Schreibutensilien - es gibt eine Packung Bleistifte in der Klasse und wenn etwas ins Heft geschrieben wird, bekommt jedes Kind einen Bleistift. Buntstifte gibt es genau 10 und das für alle Kinder. Wenn etwas bemalt wird, dann müssen sie sich die Stifte teilen. Schere gibt es genau eine für die Lehrerin. Die Kinder tragen schmutzige und löchrige Schuluniformen und Jacken. In der Früh ist es nämlich wirklich noch sehr kalt. Die Klassenräume sind schmutzig und kalt, oft funktioniert der Strom nicht und dann ist es dunkel. Die Fensterscheiben fehlen teilweise. Am ersten Tag war ich von der Einrichtung schockiert und auch von der unzureichenden Ausstattung in den Klassenräumen. Schulbücher gibt es teilweise gar keine oder nur 3 für eine ganze Klasse, dann müssen die Kinder zusammenschauen.

Positiv bemerken muss ich jedoch die Anzahl der SchülerInnen in einer Klasse - das variiert so zwischen 11 und 16 Kindern. Weiters bin ich vom Unterricht in den Vorschulklassen begeistert - der Unterrichtsstoff wird größtenteils durch Lieder beigebracht und total kindgerecht gestaltet. Obwohl die Kinder noch so jung sind, sind sie extrem lernwillig und konzentriert. Der Unterricht dauert in der Regel von 7:30-16 Uhr. Dazwischen gibt es natürlich Pausen. Manche Kinder haben auch schon ab 7 Uhr Unterricht und die älteren Kinder sind sogar bis 17 Uhr in der Schule.

In den ersten Tagen habe ich in den verschiedenen Klassen Englisch, Musik, Sport, Mathematik und Sachunterricht (Thema "My body") unterrichtet. Vorbereitung hatte ich nie - Gott sei Dank habe ich aus meiner Unterrichtszeit in Österreich so viel mitgenommen, dass ich die Fächer auch spontan unterrichten konnte. Die Schwierigkeit war nur, die Begriffe (vor allem in Mathematik) auf Englisch zu sagen (Wer weiß was "ergänzen auf" oder "teilen in...Teile" auf Englisch heißt?). In der Regel waren die Lehrpersonen immer anwesend, einmal jedoch musste ich Sport supplieren, was ich nicht wusste... Letztlich habe ich mit den Kindern getanzt und zum Abschluss ein Laufspiel gespielt.

Für die Kinder bin ich übrigens als weiße, blonde Frau eine Exotin und sie behandeln mich wie eine Heldin. Teilweise jedoch auch wie ein Haustier - am liebsten würden sie den ganzen Tag über meine Haare streicheln, meine Hände und Arme streicheln, neben oder auf mir sitzen, meine Hände halten, mir in die Augen schauen, mit mir sprechen, mit mir spielen. Meine weiße Haut, meine weichen Haare und meine blauen Augen sind so etwas Besonderes für sie, dass sie mich ständig berühren oder bei mir sein wollen.
Einerseits ist das total lieb, aber andererseits erfordert das Grenzen, die ich setzen muss, damit sie mich nicht rund um die Uhr "belagern". In der Schule als auch im Waisenhaus fragen sie mich viel über Österreich aus und über mein Leben dort, über meine Familie, meine Freunde etc. Für sie ist das wie eine fremde Welt. Wie Märchengeschichten, die ich ihnen erzähle. Oft zeige ich ihnen dann Fotos am Handy über das Internet oder welche, die ich gemacht habe.

Nun ein paar Fotos von der Schule und den Kindern in der Schule. Die Kinder sind übrigens entweder aus der Umgebung, leben im Waisenhaus, das zur Schule dazugehört oder eben im Mother Mercy's Waisenhaus, zu dem ich ja ursprünglich gehöre.

Die 3jährige Martha, die sich vom ersten Moment in mich verliebt hat und seitdem meine "beste Freundin" in der Schule ist. Obwohl sie noch nicht Englisch spricht, würde sie am liebsten Tag und Nacht mit mir verbringen und auch ohne gemeinsame Sprache verstehen wir uns blendend ;)

Martha und ich

Hefte korrigieren in der Vorschulklasse 1

Donner, Wetter, Blitz mit den Hauptschulkindern spielen

Am liebsten halten sie den ganzen Tag meine Hand...

Vorschulklasse 2 - die 5jährigen Kinder

Vorschulklasse 1 - die Kleinen lernen gerade das Alphabet und rechnen im Zahlenraum 10 (!)

Die Sanitäranlagen am Schulgelände (LehrerInnen haben Gott sei Dank ein schöneres WC...puh)

Eines der Schulgebäude


Das Waisenhaus am Areal

Klassenzimmer

In den Containerklassenräumen




Wir lernen rechnen...

Mittagessen - Ugali (kenianischer Maisbrei) und Bohnen mit Kraut





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